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SOS-Kinderdörfer in Südamerika
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Lateinamerika und der Karibik
Helfen Sie mit! SOS Kinderdörfer. Jeder Euro zählt!
Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. (SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.)
Konto für Spenden-Aktionen: 6912000
BLZ: 70070010
Deutsche Bank München
Verwendungszweck/Stichwort: Heidpark Aktion 39108218
Die Not der Kinder auf dem lateinamerikanischen Kontinent
Der lateinamerikanische Kontinent
erstreckt sich von Mexiko im Norden bis zur südlichen Spitze Chiles und Argentiniens. So vielfältig wie die Landschaften,
Klimazonen und Kulturen auf diesem rund 20 Millionen km² großen Gebiet, sind auch die Probleme, unter welchen Kinder
in diesen Ländern zu leiden haben. Die Kontraste zwischen Reich und Arm sind groß. Während der Reichtum häufig in der Hand
einer dünnen Oberschicht liegt, kämpfen unzählige Familien um ihr Überleben. Armut ist eine der Hauptursachen, weshalb Kinder
ihr Zuhause verlieren. Hinzu kommen Naturkatastrophen und politische Auseinandersetzungen, mangelnde medizinische Versorgung
und fehlende Bildungsmöglichkeiten, soziale Härte, Kriminalität und Gewalt sowie das Auseinanderbrechen von sozialen
Strukturen.
Schon in den sechziger Jahren erreichte die SOS-Idee den südamerikanischen Kontinent. Ab 1964/65 entstanden fast zeitgleich
erste SOS-Kinderdörfer in Ecuador, Uruguay und Chile. Im Laufe der Siebziger konnte sich Hermann Gmeiners
Kinderbetreuungsmodell beinahe in ganz Lateinamerika durchsetzen. Heute ist SOS-Kinderdorf in folgenden Ländern Lateinamerikas
und der Karibik vertreten:
Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti,
Honduras, Jamaika, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela.
Ein Zuhause und eine hoffnungsvolle Zukunft
Jorge, der im Alter von sieben Jahren in das SOS-Kinderdorf Ibarra in Ecuador kam, war auf der
Straße aufgewachsen. Seine SOS-Mutter erzählt, dass Jorge ein schwer zu erziehendes Kind war: Er hatte schlechte
Angewohnheiten, ein böses Mundwerk und weigerte sich, zum Zahnarzt zu gehen. Es war schwer für ihn, sich im SOS-Kinderdorf
einzuleben und anderen zu vertrauen. Seitdem sind einige Jahre vergangen, und heute ist der einst verstörte Junge ein
wichtiges Mitglied seiner SOS-Familie. Seine umsorgende SOS-Mutter ist nicht nur stolz auf seine schulischen Erfolge,
sondern freut sich auch darüber, dass er gerne im Haushalt mithilft. Jorge macht sich hingegen die größten Sorgen, wenn
seine SOS-Mutter einmal krank ist. Er ist wissbegierig, experimentiert sogar in der Küche und bäckt Kuchen oder Brötchen für
seine Geschwister und Freunde. Heute ist Jorge glücklich und selbstbewusst. Nach Abschluss seiner Schulausbildung möchte
er einen Beruf erlernen, der es ihm ermöglicht, selbständig und in Würde zu leben.
122 SOS-Kinderdörfer und über 330 zusätzliche SOS-Einrichtungen
Derzeit betreuen 122 SOS-Kinderdörfer rund 15.000 elternlose Kinder und Jugendliche, die hier eine
liebevolle Ersatzfamilie und realistische Zukunftschancen bekommen. Neben den SOS-Kinderdörfern gibt es mehr als 330
angeschlossene SOS-Einrichtungen wie Jugendeinrichtungen, Kindergärten, Hermann-Gmeiner-Schulen, Ausbildungszentren,
Sozialzentren und Medizinische Zentren.
Über 10.000 Schüler besuchen die 26 SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen Lateinamerikas, fast 34.000 Patienten werden in vier
Medizinischen Zentren versorgt. Die SOS-Sozialzentren und die SOS-Familienhilfe erreichen mit ihrem breiten Hilfsspektrum
über 47.000 Kinder und ihre Familien.
Im bolivianischen El Alto befindet sich das höchst gelegene SOS-Kinderdorf - auf rund 4.000 Metern über dem Meeresspiegel.
Das südlichste SOS-Kinderdorf der Welt liegt auf der Insel Chiloé in Chile. In Brasilien findet man die meisten
SOS-Einrichtungen auf dem Kontinent, insgesamt 58. Und im Jahr 2009 nahm mit dem SOS-Kinderdorf Calí in Kolumbien das 500.
SOS-Kinderdorf seinen Betrieb auf.
SOS-Familienhilfe - verhindern, dass Kinder ihre Familien verlieren
Armut ist einer der Hauptgründe, warum Kinder in Bolivien ihre Familien verlieren. Viele Frauen
sind mit der Versorgung ihrer Kinder auf sich alleine gestellt. Durch mangelnde Ausbildung aber auch Gewalterfahrung und
Trennung stehen sie häufig am sozialen Rand. Um ihre Familie zu ernähren, bleibt den Müttern oft keine andere Wahl, als in
einfachsten Jobs zu arbeiten und ihre Kleinkinder tagsüber alleine zu lassen. Not und Verzweiflung führt zu Verwahrlosung,
erschreckend ist auch die Zunahme von innerfamiliärer Gewalt.
Die SOS-Sozialzentren und die SOS-Familienhilfe begleiten Familien dabei, Wege aus Armut und Hoffnungslosigkeit zu finden.
Die Hilfe setzt auf: Kinderbetreuung und Stärkung der eigenen Fähigkeiten. Kurs- und Bildungsangebote, Arbeitsvermittlung
sowie Kindertagesstätten und Beratungsstellen helfen, die Zukunftschancen dieser Frauen und ihrer Kinder nachhaltig zu
verbessern. Besonders bewährt haben sich Selbsthilfenetzwerke von Familien, die miteinander die Kinderbetreuung organisieren
und sich gegenseitig stützen. SOS-MitarbeiterInnen rufen zusammen mit jungen Müttern Gemeinschaftskindergärten (hogares
comunitarios) ins Leben.
Diese Zentren dienen auch als Basis für Beratung und Fortbildungsmaßnahmen. Das wichtigste dabei ist: Die SOS-Kinderdörfer
nehmen vor allem eine beratende und unterstützende Rolle ein. Die Familien selbst tragen einen großen Teil der Verantwortung
und gestalten ihr soziales Umfeld und ihre Zukunft aktiv mit. Mehr als 47.000 Mädchen und Jungen bekommen in den
SOS-Sozialzentren und Gemeinschaftskindergärten Zugang zu kindlicher Förderung, Vorschulerziehung, medizinischer Vorsorge und
Ernährung.
Ein Lichtblick für Amanda und ihre Kinder
"Ich weiß nicht, was ich tun soll", sagt Amanda, als sie das erste Mal ins SOS-Sozialzentrum
Tarija in Bolivien kommt. "Ich habe fünf Kinder, mein Mann trinkt zu viel und ich schaffe es nicht mehr alleine, mich um die
Kinder zu kümmern." Mutter und Kinder sind blass und deprimiert, körperliche wie seelische Wunden sind unübersehbar. Auch ihre
finanzielle Not ist groß. Als Wäscherin reicht Amandas Einkommen nie für die ganze Familie und ist sie einmal krank, gibt es
nichts zu essen. Amandas Mann leidet darunter, keine Arbeit zu finden. Wenn er betrunken nach Hause kommt, wird er
gewalttätig.
Eine erste ärztliche Untersuchung im Sozialzentrum verdeutlicht, wie schwer unterernährt diese Familie ist. Sofort werden
die Kinder in die Kindertagesstätte des Sozialzentrums aufgenommen. Dort können sie nicht nur sicher spielen und lernen, sie
bekommen auch genug zu essen und werden medizinisch versorgt. Amanda kann zunächst als Reinigungskraft im Sozialzentrum
arbeiten. Nebenbei besucht sie verschiedene Kurse, in denen sie ihre Fähigkeiten entdeckt. Nach einigen Monaten hat sie Mut
und Selbstvertrauen geschöpft und eröffnet ihren eigenen Stand für Haushaltswaren auf einem Bauernmarkt. Ein Mikrokredit
hilft ihr, eine kleine Auswahl an Küchengeräten anzuschaffen.
Nach etwa 10 Monaten geht es Amandas Familie deutlich besser. Ihre Kinder sehen gesund aus und die Größeren können wieder
zur Schule gehen. Angespornt durch die positiven Veränderungen macht auch der Vater Fortschritte. Er hat es geschafft, mit
dem Trinken aufzuhören und kümmert sich nun besser um seine Kinder. Während er noch nach Arbeit sucht, hilft er Amanda
auf dem Markt.
Schnelle Hilfe bei Katastrophen
Naturkatastrophen, Notlagen und gewaltsame Konflikte erforderten in den vergangenen Jahrzehnten
immer wieder humanitäre Interventionen. Dabei werden die bestehenden SOS-Kapazitäten genutzt, um Nothilfeprogramme auf die
Beine zu stellen. Zum Beipiel nach den Erdbeben in Bolivien (1998) und Kolumbien (1999), der Schweren Katastrophe in
Zusammenhang mit dem Hurrikan "Mitch" in Nicaragua, Honduras, Guatemala und El Salvador war SOS-Kinderdorf umgehend mit
Hilfsmaßnahmen zur Stelle. Auch für die Betroffenen der klimatischen Auswirkungen von "El Niño" in Ecuador und Peru, oder
für Flüchtlinge in der Konfliktregion Chiapas, Mexiko (1994 -1997) wurde Soforthilfe geleistet. Je nach Bedarf werden
Hilfsgüter wie Nahrungsmittel, Medikamente, Decken etc. verteilt, Baumaterialien oder Saatgut zum Wiederaufbau zur Verfügung
gestellt oder Kinder mit Schulmaterial unterstützt. Kinder, die ihre Eltern und Angehörigen verloren haben, fanden in
SOS-Kinderdörfern wieder ein neues Zuhause.
Nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 starteten die SOS-Kinderdörfer ihre bisher größte Nothilfeaktivität auf dem
lateinamerikanischen Kontinent. Das bestehende SOS-Kinderdorf in Santo, nahe der Hauptstadt Port-au-Prince wurde umgehend
zum Rettungshafen für elternlose Kinder. 433 unbegleitete Mädchen und Jungen werden derzeit hier betreut, zusammen mit
weiteren 153 Kindern, die bereits vor der Katastrophe in der Obhut von SOS lebten.
Ein Team aus erfahrenen SOS-Mitarbeitern der ganzen Region organisierte Hilfslieferungen, Notunterkünfte und medizinische
Grundversorgung für alle betreuten Kinder, rief Tagesbetreuung für traumatisierte Kinder ins Leben und startete die Suche
nach den Angehörigen allein aufgefundener Kinder. In nur wenigen Monaten entstand in und um Port-au-Prince ein Netz von 101
Gemeinschaftszentren, von denen aus in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung rund 15.000 Kinder und ihre Familien
versorgt und tagsüber betreut werden. Ein halbes Jahr nach der Katastrophe richtet sich der Fokus der Hilfsmaßnahmen nun
zusätzlich auf Bildung und den Wiederaufbau. An den bestehenden SOS-Schulen des Landes und in provisorischen Einrichtungen
finden Schulunterricht und Ausbildungskurse statt. Sie helfen Kindern und ihren Familien, neue Perspektiven für die Zukunft
aufzubauen. Auch der Bau von weiteren SOS-Einrichtungen ist geplant.
Die Stärke aller SOS-Nothilfeprogramme ist: Die lokalen Mitarbeiter sind gut vernetzt und mit den Gegebenheiten vor Ort, den
Menschen und ihrer Kultur vertraut. Alle Hilfsmaßnahmen können in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen erfolgen.
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